Homöpathie

Homöopathie regt den Körper mit Hilfe von speziell zubereiteten Arzneimitteln an, Über- oder Unterfunktionen selbst zu regulieren. Der Körper als Ganzes wird gefordert und gefördert, das durch äußere Einflüsse entstandene Ungleichgewicht (d. h. die Krankheit) in Richtung Gleichgewicht zu korrigieren und so wieder gesund zu werden.

 

Anwendungsgebiete der Homöopathie

 

  • Akute und chronische Erkrankungen aller Organe bzw. Organkomplexe
  • Psychische Störungen bzw. Verhaltensstörungen
  • Allgemeine Leistungsschwäche bzw. Immunschwäche
  • Positive Beeinflussung der Disposition bei immer wieder auftretenden Erkrankungen

1. Klassische Homöopathie

Begründer: Samuel Hahnemann, geb. 1755

Beruht auf dem Prinzip der Ähnlichkeit: "Similia similibis curentur!" "Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt".

Dieses Prinzip ist bereits seit der Antike bekannt, z.B. bei Hippokrates (460-361 v. Chr.): "Fieber wird unterdrückt durch das, was es erzeugt, und es erzeugt das, was es unterdrücken kann".

Hahnemanns oberste Regel lautete: Wähle, um sanft, schnell, gewiß und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfall eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden für sich erregen kann, als sie heilen soll".

D.h.: wenn Arnika (in hoher Dosierung der pflanzlichen Droge) Blutungen auslösen kann, dann kann es solche (in homöopathischer Dosierung) auch stillen.

 

2. "Klinische" Homöopathie & Komplexmittel

Diverse Schulen bevorzugen Mittel, die aus verschiedenen Kombinationen von Mitteln in homöopathischer Potenzierung bestehen. Diese so genannten Komplexmittel widersprechen dem Prinzip von Hahnemann, dass ein einziges Mittel ausreicht, um eine Krankheit zu heilen.

Klinische“ Homöopathie geht aus den Erfahrungen mit homöopathischen Mitteln seit Hahnemann hervor: einzelne Mittel werden gezielt bei bestimmten Indikationen eingesetzt, z.B. Arnika bei Verletzungen, Quetschungen, Verrenkungen, oder Blutungen aller Art.

 

Zubereitung homöopathischer Arzneimittel

Urtinkturen

Tabletten

Tropfen

Globuli

Salben

 

Potenzierung

  • D-Potenzen: 

1 Teil Urtinktur + 9 Teile Lösungsmittel (Wasser, Alkohol) = D 1 

1 Teil D 1 + 9 Teile Lösungsmittel = D 2 

  • C-Potenzen: 

1 Teil Urtinktur + 99 Teile Lösungsmittel (Wasser, Alkohol) = C 1

1 Teil C 1 + 99 Teile Lösungsmittel = C 2 

Außerdem gibt es noch Q-Potenzen (LM), die in Schritten von 1:50 000 potenziert werden.

 

Verschüttelung

Bei jedem Schritt der Potenzierung muß die Arznei "verschüttelt" werden, d.h. bei D- & C-Potenzen 10x pro Schritt, bei Q-Potenzen 100x pro Schritt. Dieses Verschütteln erst macht aus der Arznei ein nebenwirkungsfreies Medikament, während nur die Verdünnung allein noch zu heftigen Nebenwirkungen bei Arzneimittelprüfungen geführt hat.

 

Potenzwahl

Die Einsatzgebiete der verschiedenen Potenzen und Zubereitungsarten sind sehr unterschiedlich. Jede Schule bzw. jeder Therapeut hat seine eigene Methode, wie und in welcher Potenz ein Mittel gegeben wird. Auch hängt es von der Art der Erkrankung und vom Zustand des Patienten ab, welches Mittel und welche Potenz angezeigt ist.

Klassische Homöopathie ist somit eine individuelle Therapie, die genau auf den jeweiligen Patienten und die von ihm gezeigten Krankheitssymptome abgestimmt ist.

Als Hochpotenzen gelten alle Mittel ab C 100; diese sollten nicht zu oft gegeben werden.

 

Mittelfindung

Ausführliche Anamnese unter Berücksichtigung aller körperlichen und seelischen Symptome des Patienten. Wichtig hierbei sind vor allem die außergewöhnlichen, nur für diesen Patienten typischen Symptome, sowie Erkrankungen in der Vergangenheit.

 

"Konstitutionsmittel" (unterstützt die Heilung von akuten und chronischen Erkrankungen maßgeblich):

die Veranlagung eines Patienten wird hierbei berücksichtigt, Schwachpunkte werden gestärkt. Es kann auch vor größeren Belastungen (Turnier, Stall- oder Besitzerwechsel, Fellwechsel etc.) gegeben werden, um die Regulations-fähigkeit des Körpers zu verbessern und akuten Erkrankungen vorzubeugen. 

 

Akute Mittel: bei einer akuten Erkrankung benötigt der Patient Arzneien, die genau nach den lokalen Symptomen gewählt werden müssen. Die verschiedenen Stadien einer Krankheit verlangen nach unterschiedlichen Mitteln, wobei sich das Mittel manchmal von einer Stunde zur nächsten ändern kann, wenn sich die Symptome verändern.

 

Erstverschlimmerung

Nach der Gabe eines homöopathischen Mittels kann es zu Beginn des Heilungsprozesses zu Erstverschlimmerungen kommen, d. h. dass sich lokale Symptome vorübergehend verschlimmern können. Da sich meist nach kurzer Zeit die Heilung anschließt, werden Erstverschlimmerungen als günstiges Zeichen dafür gesehen, dass der Körper auf den gesetzten Reiz reagiert.